Zurück zum Anfang
Zurück zum Anfang
Zurück zum Anfang

Chuan Tee

:

Vor Marco Polo wusste die abendländische Welt nur sehr wenig über das ferne China. Die Informationen stammten von arabischen Händlern und waren teilweise so unglaubwürdig, dass man sie nicht guten Glaubens weitererzählen konnte. Ein Land, in dem man mit Papier bezahlen konnte? Deren Handwerker in der Lage waren, unvorstellbar grazile Keramikwaren herzustellen? Und deren Soldaten mit einem schwarzen Pulver ihre Feinde einfach in die Luft sprengten? Unglaublich! Nur die Geschichte mit den getrockneten Blättern, auf die für ein wunderbares Getränk nur heißes Wasser gegossen werden musste, war wohl wahr. Aber dass die Sträucher, von denen die extrem teuren Blätter stammten, in scheinbar unbegrenzter Anzahl überall in China zu wachsen schienen, war auch schon wieder unwahrscheinlich.

Der Legende nach wurde der Teestrauch im Jahre 2737 v. Chr. vom sagenumwobenen Urkaiser Shen Nung persönlich entdeckt. Als dieser einen Topf mit Wasser erhitzte, wehte der Wind wild gewachsene Teeblätter hinein. Das Wasser verfärbte sich und ließ einen aromatischen Duft aufsteigen. Vom Geschmack und der belebenden Wirkung soll der Kaiser so begeistert gewesen sein, dass er den Teestrauch offiziell anbauen ließ. Wann genau die ersten Teekulturen in China entstanden, lässt sich nicht mehr genau festlegen. Dass aber schon zu Zeiten der Qin-Dynastie eine Teesteuer eingeführt wurde, lässt vermuten, dass bereits vor 2.200 Jahren viel Tee getrunken wurde.

In vielen Kulturen des fernen Ostens spielt das Teetrinken eine wichtige Rolle. Besonders stark ritualisiert wird es in China und Japan. Beide Länder pflegen seit Jahrhunderten eigene Teezeremonien. Über die Herkunft des beliebten Heißgetränks hat man in Japan eine andere Geschichte. Demzufolge überquerte der vermutlich aus Persien stammende geheimnisvolle Mönch Daruma im Jahr 480 n. Chr. zu Fuß den Himalaya. Der in alten Chroniken als haariger, blauäugiger Barbare beschriebene Mönch wanderte fast 40 Jahre lang durch China. Als er eines Tages das Shaolin-Kloster am Berg Songshan erreichte, war Daruma geschockt wie müde und kraftlos die Mönche waren. Um sie zu disziplinieren, trainierte er sie täglich in der Kampfkunst und brachte ihnen Meditationstechniken bei.

Darumas Ausdauer beim Meditieren war legendär. Als ihm aber nach sieben Jahren in sitzender Meditation die Augen zufielen, geriet er so in Wut, dass er sich die Augenlider ausriss und zu Boden warf. In dem Moment, als diese die Erde berührten, sollen daraus die ersten beiden Tee-Sträucher gewachsen sein. Daruma pflückte einige der wohlriechenden Blätter und begann darauf zu kauen. Schon kurze Zeit später fühlte er sich gestärkt und konnte weiter meditieren. Daruma gilt heute als Gründer des Zen-Buddhismus. Und noch heute trinken Zen-Mönche eine Schale Grüntee, um sich für lange Meditationen zu stärken.

In Europa dachte man lange, dass Teepflanzen nur in China und Japan wachsen würden. Nachdem sich Japan im 16. Jahrhundert komplett von der Außenwelt abgeschottet hatte, war China lange Zeit der einzige Teelieferant Europas. Erst im frühen 19. Jahrhundert gründeten die Briten in ihren indischen und afrikanischen Kolonien eigene Teeplantagen. Während in Europa am liebsten Schwarztee getrunken wurde, dominierte in Asien schon immer der Grüntee. Rein botanisch gibt es keine Unterschiede. Beide Teesorten stammen von der Teepflanze Camellia sinensis. Der Unterschied liegt in der Reaktion mit Sauerstoff. Teeblätter enthalten ein Enzym namens Oxidase. Sobald dieses mit Sauerstoff in Kontakt kommt, beginnt ein Oxidationsprozess. Beim grünen Tee wird die Oxidation durch Lufttrocknen, Rösten oder Dämpfen bewusst verhindert. Beim schwarzen Tee wiederum werden die Blätter gebrochen, um die Oxidation richtig in Gang zu setzen. Auch bei der Zubereitung des Tees gibt es Unterschiede. Grüner Tee wird bitter, wenn er mit kochend heißem Wasser übergossen wird; schwarzer Tee entfaltet mit kochendem Wasser sein volles Aroma.

Mittlerweile entdecken auch hierzulande immer mehr Menschen, wie facettenreich Grüntee ist. Mit dem ausgewählten Sortiment von Chuan können Sie die aromatischen Tee-Klassiker des Fernen Ostens in Bio-Qualität kennenlernen. Chuan Grüner Tee Sencha ist ein nach japanischer Tradition schonend gedämpfter Grüntee, der in der Tasse eine zarte gelb-grüne Farbe entwickelt. Chuan Pai-Mu-Tan ist eine milde, leicht fermentierte Tee-Spezialität mit einem Hauch von Frische. Das einzigartige Aroma des Chuan Grüntees Oolong liegt dank eines speziellen Oxidationsprozesses genau zwischen dem von grünem und schwarzem Tee. Der Name Chun-Mee bedeutet soviel wie „wertvolle Augenbraue “ und ist eine Anspielung auf die sanft geschwungene Form der gerollten Teeblätter. Chuan Chun Mee verwöhnt Teeliebhaber mit einem kräftigen, leicht herben Geschmack. Beim Gunpowder Tee werden die Blätter zu kleinen Kügelchen gerollt, die optisch an Schießpulver („gunpowder“) erinnern. Der Chuan Grüntee Gunpowder überzeugt mit einem fein herben, besonders belebenden Aroma. Obwohl die vielen Teesorten alle vom Teestrauch Camellia sinensis abstammen, unterscheiden sie sich deutlich durch Züchtung, Klima, Region, Anbau und Verarbeitung. Chuan entführt Sie in eine aromatische Welt asiatischer Grüntees mit unterschiedlichsten Charakteren.

Nach oben scrollen