Allos Agavendicksaft
Aloe Vera und Agave sehen sich so ähnlich, dass sie oft miteinander verwechselt werden. Trotz der äußeren Gemeinsamkeiten handelt es sich aber um zwei völlig verschiedene Pflanzen. Während die aus dem Orient stammende Aloe Vera ein Grasbaumgewächs ist, zählt die in Nord- und Mittelamerika heimische Agave zur Familie der Spargelgewächse. Weil Agaven nur einmal blühen und die Ausbildung des Blütenstands einige Jahrzehnte dauern kann, werden sie auch als „Century Plants“ (Jahrhundertpflanzen) bezeichnet. Die Agave lebt nicht nur wesentlich länger als die Aloe Vera, sie ist in der Regel auch um einiges größer. Dafür enthalten ihre Blätter aber kein wohltuendes Gel, sondern nur Fasern. Von den ungefähr 270 Agavenarten sind 159 in Mexiko heimisch. Die Mexikaner verdanken der Agave auch ein Getränk göttlichen Ursprungs.
Einer alten aztekischen Sage nach wurde die schöne Erdgöttin Mayahuel einst von Quetzalcoatl, dem Windgott verführt. Um sie vor den anderen Göttern zu verbergen, verwandelte Quetzalcoatl seine Geliebte in eine Agave. Diese Gestalt hat sie angeblich bis heute. Jedes Mal, wenn ein Mensch den zentralen Trieb einer reifen Agave abhackt, ergießt sich daraus ein süßer Saft: „die Tränen Mayahuels“. Die Azteken vergoren diese göttlichen Tränen zu einem alkoholischen Getränk namens „Pulque“. Noch vor 500 Jahren durfte es jedoch nur bei religiösen Zeremonien oder erst ab einem Alter von 60 Jahren getrunken werden. Heute ist der milchig-trübe „Pulque“ ein beliebtes Getränk von vielen volljährigen Südamerikanern. Weil „Pulque“ nicht lange haltbar ist, wird er kaum exportiert und in der Regel vor Ort getrunken. Außerhalb Mexikos ist er darum auch nicht so bekannt wie die hochprozentigen Agavenbrände: Mescal und Tequila.
Um Mescal herzustellen, benötigt man das Herz einer Agave kurz bevor sie zum ersten und zugleich letzten Mal blüht. Diese anspruchsvolle Aufgabe übernimmt in Mexiko der „Jimador”. Nachdem er die Agave ausgegraben hat, entfernt er die spitzen Blätter. Das übrig gebliebene Kernstück erinnert optisch an eine Ananas und wiegt zwischen 40 und 80 kg. Das Agavenherz wird lange gekocht, zerkleinert und durch Zugabe von Hefe zum Fermentieren gebracht. Anschließend wird der vergorene Alkohol mittels zweifacher Destillation verfeinert. Durch Lagern in Holzfässern lässt sich der Mescal nochmals veredeln. Mescal kann aus 28 verschiedenen Agavensorten hergestellt werden. Tequila ist zwar auch eine Form von Mescal darf aber nur aus der blauen Agave (Agave tequilana) und nur in bestimmten Regionen hergestellt werden.
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gehören Agavenbrände auch in Europa zum Ausstattung jeder gut sortierten Bar. Doch seit einigen Jahren sorgt noch ein weiteres Agaven-Produkt für Aufsehen: Agavendicksaft. Agavendicksaft ist durch seine hervorragende und zugleich unaufdringliche Süßungseigenschaft eine optimale Alternative zu Rohr- und Rübenzucker. Er hat von Natur aus einen hohen Anteil an Fruchtzucker und zeichnet sich durch eine hohe Süßkraft aus. Der Agavendicksaft von Allos wird aus der Blauen Agave (agavea tequilana) gewonnen. Der goldgelbe Saft lässt sich leicht dosieren und vielseitig einsetzen. Mit seinem feinaromatischen Geschmack eignet sich der Allos Agavendicksaft sehr gut zum Süßen von Desserts, Müslis, Fruchtzubereitungen, Getränken und feinen Backwaren.